2020 ist das Jahr, in dem alles angefangen hat: die Hofübernahme, die erste Aubrac-Herde, die ersten Bäume der Agroforst-Anlage.
Januar 2020
Im Januar habe ich, Adrian Rubi, den Hof Halterhus von meinem Vater übernommen.
Neu halten wir Mutterkühe der Rasse Aubrac, die für ihre ausgezeichnete Fleischqualität bekannt ist. Die Mutterkuhhaltung ist eine der nachhaltigsten Formen der Fleischproduktion: Die extensiven, sehr robusten Aubrac verwerten Gras und artenreiche Blumenwiesen und erzeugen dabei Fleisch mit bestem Geschmack.
Wir gehen neue Wege auf dem Halterhus und verfolgen die Praktiken der regenerativen Landwirtschaft. Hier gehen die Förderung der Biodiversität, Umweltschutz und Lebensmittelproduktion Hand in Hand.
2020
Im Gegensatz zu anderem «Schweizer» Fleisch besteht meine Fütterung aus 100 Prozent Schweizer Bio-Futter.
Meine robusten Aubrac-Mutterkühe werden nur selten krank. Alle Fälle behandeln wir zuerst mit Homöopathie. Dadurch musste ich im Jahr 2020 keine Medikamente oder Antibiotika einsetzen.
Die Mutterkuhhaltung ist artgerechter als die Milchproduktion, bei der die Kälber in den ersten Tagen bereits von der Mutter getrennt werden. Bei mir bleiben die Natura-Beef-Tiere zehn Monate bei der Mutter, integriert in der Herde.
Und noch etwas gehört zum Bild: Nachhaltig produziertes Fleisch wird im Detailhandel überteuert angeboten, und der Landwirt profitiert kaum davon. Das ist der Grund, warum wir ab Hof verkaufen.
September 2020
Die Hauptsaison auf dem Hof neigt sich dem Ende zu. Der Weizen und die Ackerbohnen sind gedroschen, der Heustock ist voll für den Winter. Schon bald folgt die Aussaat von Winterweizen.
Es war ein sehr wüchsiger Sommer mit genügend Niederschlag, aber auch mit Trockenperioden, die sich gut für die Erntezeiten nutzen liessen.
September 2020
Die Mutterkühe haben alle ohne Zwischenfälle gekalbt. Zuschauen konnten wir nur bei wenigen — die Aubracs ziehen es vor, allein zu sein.
Felicita und Melisandre sind fast zur selben Zeit auf die Welt gekommen. Für Mina ist es bereits das zwölfte Kalb, bei Fichte das vierte. Beide sind wohlauf und werden bestens von ihren Müttern versorgt.
Herbst 2020
Neben dem Fleisch entsteht auf dem Hof jedes Jahr eine kleine Auswahl an Spezialitäten: Essiggurken, Haselnusspesto, Sirup, Dörrfleisch und Kürbisse — was gerade Saison hat.
Das meiste davon gibt es nur in kleinen Mengen und nur ab Hof.
November 2020
Agroforstwirtschaft ist ein Landnutzungssystem, in dem Gehölze — Bäume oder Sträucher — mit Ackerkulturen und/oder Tierhaltung auf derselben Fläche kombiniert werden.
Auf dem Halterhus werden noch in diesem Jahr 40 Rotbuchen, 12 Linden, 390 Baumhaseln, 60 Hainbuchen und 7 Stieleichen gepflanzt. Das Besondere an dieser Auswahl: Alle diese Bäume gehen eine Symbiose mit dem Trüffelpilz ein. Wenn alles gut geht, ist in fünf bis sechs Jahren mit den ersten Trüffeln zu rechnen.
Geerntet werden sollen aber nicht nur Trüffel, sondern auch Haselnüsse. Dazu werden die Baumhaseln — in der Türkei heimisch und stammbildend — mit der europäischen Strauchhasel veredelt, mit Sorten, die grosse Nüsse bilden.
Zwischen den Baumreihen lässt sich das Gras für die Mutterkühe nutzen. Sobald die Bäume grösser sind, können dort Hühner oder Gänse gehalten werden.
Dezember 2020
Lokal, nachhaltig, fair — und dazu ein guter Geschmack. Zum ersten Mal gab es die Spezialitäten vom Hof als Geschenk im Graspapier-Karton.
Im Dezember kam dank der grossen Nachfrage zum letzten Mal in diesem Jahr frisches Aubrac-Fleisch dazu. So ging das erste Hofjahr zu Ende.